Künste

mannheim meets new york

Gemeinsam mit Rolf und Tom Balschbach plant Horst Hamann eine Panorama-Wand am neuen Standort des Mannheimer Palazzo an der Front zur B 38. Außerdem hat der Foto-Künstler auf Turley eine eigene Galerie eröffnet.

Text: Ute Maag, Fotos: Horst Hamann

Ute Maag: Panoramawand, Zick-Zack-Wall, Bildband – dein neues Projekt, das du zusammen mit dem Mannheimer Palazzo planst, scheint viele Namen zu haben. Wie nennst du es?

Horst Hamann: Das weiß ich tatsächlich selbst noch nicht genau. Anfangs haben wir es immer einfach nur „die Wand“ genannt. Aber das klingt für mich zu sehr nach Berliner Mauer. Panoramawand oder auch „das Bildband“ gefällt mir gut, aber letztendlich ist für mich entscheidend, was es sein soll, nicht wie es heißt.

Maag: Und was soll es sein?

Hamann: Eine eigenständige Kunstinstallation auf einer Länge von 120 Metern entlang der B38, gefaltet wie eine Ziehharmonika, mit 54 vertikalen Bildern in einer klaren, schwarz-weißen Bildsprache. Eine Art Lenticular Wall, ein Leporello – mit vielen Möglichkeiten, Stories zu erzählen.

Maag: Eine Art Daumenkino, das beim Vorbeifahren abläuft?

Hamann: Das war meine Ursprungsidee! Allerdings ist uns auch bewusst, dass sich das Band direkt an der neuen Mannheimer Stadteinfahrt erstrecken wird. Daher müssen auch Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Wir wollen ja keinen Unfall-Hotspot kreieren.

Maag: Mit wem musst du dich abstimmen?

Hamann: Zuerst natürlich mit Rolf und Tom Balschbach, meinen Auftraggebern. Aber auch mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt Mannheim, da es um ein Projekt im öffentlichen Raum und um Stadtplanung geht. Da mussten wir vortanzen (lacht) und ein bisschen habe ich mich gefühlt wie beim mündlichen Abitur. Mein Eindruck war aber, dass die Idee sehr gut ankam. Was ich klarstellen will: Die Balschbachs planen da keine Palazzo-Werbewand, dafür wäre ich auch der Falsche. Stattdessen soll ein weit sichtbares Kunstprojekt für Mannheim entstehen, das meines Wissens weltweit einzigartig ist. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen setzen einen starken Kontrast zur bekannten Palazzo-Bildsprache. Dass ich für Schwarz-Weiß plädiert habe, hat – neben dem Stil, für den ich stehe – mehrere Gründe. Erstens: Die Bilder werden im Vorbeifahren erlebt, müssen also „easy read“ sein, nicht zu viel Bildinformation bieten und sowohl als Einzelmotiv als auch als Gesamtbild funktionieren. Zweitens hat Palazzo gerade eine neue Location bekommen und drittens gehört in Tom Balschbach nun eine neue Generation zur Leitung. Dadurch entstehen neue Sichtweisen. Ich hab‘ ja selber zwei Jungs im Alter von 21 und 24, die ständig versuchen mich umzuerziehen. Ich höre denen aufmerksam zu, denn vieles, was sie sagen, ist gut.

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