Dennis Maier

Gastgeber

Zu Tisch bei Dennis Maier

Virtuos, leidenschaftlich, wild, inspiriert: Der Heidelberger Gitarrist, Sänger und Songschreiber ist ein Ausnahmemusiker. In Xavier Naidoos Band hat er einen Stammplatz und mit seiner Band The Detroit Blackbirds oder dem Kitchen Club bei den Mannheimer Feierabend-Partys in der KÜCHE Q 6 Q 7 geht er gern eigene Wege. Im Restaurant Emma Wolf ist er Stammgast.

Mit dem Restaurant Emma Wolf since 1920 im Mannheimer Quartier Q 6 Q 7 realisiert Dennis Maier seine Vision urbaner „Bistronomy“. Als erstes Restaurant in einer deutschen Shopping Mall mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, lässt es sich hier zwanglos genießen. In UBI BENE lädt Dennis Maier seine Stammgäste „zu Tisch“…

Dennis Maier: Alex, was ich schon immer mal wissen wollte: Wie ist eigentlich das Essen auf Tour?

Alex Auer: Also wenn ich mit Xavier unterwegs bin, werden wir schon sehr verwöhnt – da ist das Catering vom Feinsten. Unser Tourmanager ist Weltklasse und sorgt dafür, dass wir genial individuell bekocht werden. Wir haben dann das geilste Leben und müssen uns um nichts kümmern. Vor dem Soundcheck wird in der Halle gefuttert und dann um 18 Uhr noch mal vor der Show. Mein Tour-Lieblingsessen ist ein veganes Reis-Curry – ich will ja mein Gewicht halten, haha.

Maier: Und wenn ihr Off-Days habt? Geht ihr dann in Restaurants essen?

Auer: Ja, klar, aber ich merke mir leider nie die Namen ... Wir kommen viel ‘rum und dabei lernt man viele spannende Kochstile kennen. Eines meiner ewigen Highlights war mal eine Woche mit meiner Band Lava im Aldiana-Club im spanischen Alcaidesa. Da hat ein Kollege von Sternekoch Manfred Schwarz gekocht und unglaubliche Sachen auf die Teller gebracht. Das war wundervoll, da haben sich mir völlig neue Geschmacks- und Aromenwelten eröffnet.

Maier: Du lebst ja in Heidelberg. Wo gehst du da gerne essen?

Auer: Ich liebe indisches und vegetarisches Essen, deshalb gehe ich gerne mal ins Taj Mahal in Neuenheim oder auch ins Restaurant Red.

Maier: Kochst du selbst?

Auer: Leider nicht so häufig, weil ich viel unterwegs bin. Aber wenn Zeit ist, gehe ich gerne in Denns Bio-Supermarkt einkaufen, da geht meine Kohle dann drauf für richtig gute Salate und für gutes Gemüse, das ist mir echt wichtig. Und jetzt freu‘ ich mich gerade tierisch über die Spargelzeit. Mein Lieblingsrezept ist ein Spargel-Pfannkuchen-Gericht – und das geht so: Wir schälen zwei bis drei Kilo frische Hockenheimer Spargel, schneiden sie in schöne kleine Stücke, kochen sie mit wenig Salzwasser und einem kleinen Schuss Sahne in einem großen Topf einmal hoch. Das gibt einen superintensiven warmen Sud, der von den Pfannkuchen richtig schön aufgesaugt wird – das schmeckt unglaublich und ist bei den Auers Familientradition. Aber sag mal, Dennis – was ist denn dein Spargel-Lieblingsgericht?

Maier: Am liebsten klassisch – mit einem Schnitzel und einer richtig guten Sauce Hollandaise. Die richtige Temperatur ist dabei der Kniff, man braucht viel Erfahrung und Gefühl, damit die Hollandaise nicht zum Rührei wird. Wichtig ist natürlich auch die Qualität der Spargel selbst. Wieso nimmst du eigentlich Spargel aus Hockenheim?

Auer: Ich könnte auch welche aus Altlußheim nehmen, die haben ja den gleichen Sand – aber nee, ganz einfach: weil ich selbst aus Hockenheim stamme!

Maier: Hast du dort auch angefangen Musik zu machen?

Auer: Ja, ich habe im Jugendhaus meine erste Band gegründet und dann kam mit Shyboy schon früh meine erste professionelle Band. Wir waren ein ziemlich wildes Trio und haben dann auch gleich einen Plattendeal bekommen und 1993 ein Album rausgebracht, damit waren wir sogar in den USA unterwegs. Leider sind wir dann aber doch nicht weltberühmt geworden.

Maier: 1993? Da war ich gerade in der vierten Klasse. Auf meinem Walkman hab‘ ich vor allem Hip Hop gehört, aber mein Vater war Rockfan und ich hab‘ mir damals auch Platten von Nirvana und Metallica gekauft – und meine erste CD war ein Genesis-Album.

Auer: Es war nicht so, dass ich Hip Hop nicht spannend fand. Auf der ersten Shyboy-Platte hatten wir auch einen Rapper bei zwei Songs, und einige Beats waren geloopt.

Maier: Wieso hieß die Band eigentlich Shyboy? Du bist doch ‘ne Rampensau!

Auer: Nee, ich bin eher so der ruhige Typ und schau gerne von weitem zu, statt mich in den Vordergrund zu spielen.

Maier: Echt wahr? Ich denke, ich bin auch eher ein ruhiger, zurückhaltender Typ und manchmal auch ein bisschen schüchtern, auch wenn ich manchmal so meine Momente habe, wenn ich draußen bei den Gästen bin. Aber sag‘ mal – mit Xavier Naidoo spielst du ja immer vor vielen tausend Leuten. Hast du da kein Lampenfieber?

Auer: Wenn ich mit der eigenen Band spiele, habe ich nie Lampenfieber. Da kann ich einfach losrocken. Bei den Xavier-Konzerten ist es schon anders, denn da muss ich sehr konzentriert sein. Speziell auf der letzten Solotour im Trio war das eine große Herausforderung – aber auch extrem geil, weil ich da unter anderem meinen Song „Lost Someone“ von meinem neuen Album mit den Detroit Blackbirds vorstellen konnte.

Maier: Mit deiner Kitchen-Club-Band spielst Du jetzt ja jeden zweiten Donnerstag im Monat beim Feierabend in der Küche Q 6 Q 7. Da sind dann auch mehr Songs von deinem kommenden neuen Album zu hören?

Auer: Ja, mein neues Album ist mir extrem wichtig, denn da steckt extrem viel Liebe und Herzblut drin. Und da ist es bei uns Musikern wahrscheinlich genauso wie bei euch Köchen: Die Reaktionen der Leute sind für uns am wichtigsten. Bei den Feierabend-Afterwork-Partys spielen wir mehrere Sets mit ausgesuchten Pop-, Rock- und Soul-Klassikern und zwischendurch eigene Songs. Ich bin superhappy, dass die Leute so darauf abfahren und dass die Atmosphäre insgesamt so genial clubbig ist. Gute Musik und gutes Essen – das passt in Mannheim halt einfach perfekt zusammen!

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